Wie Visualisierungen im Alltag helfen können

Besucht man eine durchschnittliche Regelschule, so fällt auf, dass immer mehr Kinder Schwierigkeiten haben, sich länger zu konzentrieren und auditiv Informationen aufzunehmen. Die heutige Gesellschaft und auch die Erziehung der Kinder ist oftmals geprägt von parallel ablaufenden Handlungen und von kurzen intensiven Aktivitäten. Die Kinder sind es nicht mehr gewohnt, länger zuzuhören oder sich auf eine Aktivität zu konzentrieren. Dies wirkt sich stark auf den Betrieb und den Unterricht in einer Regelschule aus. Auch zu Hause klagen immer mehr Eltern darüber, dass die Kinder Abläufe nicht erfüllen können oder Anstrengungen gerne ausweichen.

Wie können Lehrpersonen jenen Kindern helfen, die nicht selber Aufträge erfüllen können und auch gerne verweigern?

Wie können Eltern zu Hause Kinder in ihrer Selbständigkeit unterstützen?

Hier kann der TEACCH Ansatz grosse Hilfe leisten. TEACCH steht für Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children und wurde für Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) entwickelt. Dieser Ansatz basiert auf der Strukturierung und Visualisierung von Handlungen und räumlichen Einteilungen. Er hilft meiner Meinung nach aber nicht nur Kindern mit ASS, sondern er unterstützt alle Kinder, die klare Strukturen brauchen, z.B. wegen einer Aufmerksamkeitsproblematik oder aufgrund von Verhaltensschwierigkeiten. Die Visualisierung von Abläufen hilft Kindern, genau zu wissen, was zu tun ist, in welcher Reihenfolge es erledigt werden muss und was sie danach erwartet.

Morgenablauf

Kinder, die trödeln oder verweigern, erhalten so eine Hilfe. Eltern oder Lehrpersonen können Konflikte verhindern, weil es nicht mehr die erwachsene Person ist, die Anweisungen gibt, sondern die Abläufe im Voraus klar ersichtlich sind, am Anfang abgemacht wurden und nicht mehr diskutiert werden. Mit Kindern, die Anforderungen verweigern, kann jeweils vor der Arbeit eine Belohnung abgemacht werden, die als letztes Bild aufgehängt wird. So wird klar nach der „Zuerst – Dann -Regel“ gearbeitet, was für Kinder mit einer fehlenden intrinsischen Motivation zu Beginn der TEACCH Methode leider fast unumgänglich ist.

Viele Regelschulkinder erfahren in der heutigen Gesellschaft und Erziehung zu wenig Halt und Klarheit. Offene Strukturen überfordern manche Kinder oder machen ihnen Angst. Mit klaren Strukturen und deren Visualisierung können wir den Kindern helfen, sich wieder sicher zu fühlen und zurecht zu finden.

Hier zwei Beispiele, wie der TEACCH Ansatz im Alltag umgesetzt werden kann.

TEACCH_Mein Kind_was tun

TEACCH hilft bei Angst

Für Kinder, die starke Verhaltensauffälligkeiten zeigen, ist es sehr wichtig, dass auch die Konsequenzen auf ihr Verhalten im Voraus visualisiert werden. So kann man ihnen zwei Wege aufzeigen, jenen mit dem erwünschten Verhalten und jenen mit dem unerwünschten Verhalten und welche Konsequenzen die beiden Wege nach sich ziehen.

Vorlage für diese Visualisierung:

wenn_dann_Situation_Vorlage

wenn_dann_Vorlage_arbeiten

Viele gute Materialien und Weiterbildungsangebote finden Sie auf der Website von Step-by:

Step-by

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.